Mittwoch, 23. Mai 2012

Triple R-(Riley Reinhold) Interview mit dem label Re-Load (für Frontpage)


FP:
Wieviele Platten verkauft man in Belgien von einer Underground-Acid- oder Techno-Platte?
Vanmeerhaeghe Laurent:
Ich glaube, wenn man 3.000 Platten verkauft, ist das ganz gut. Wenn du 5.000 verkaufen willst, muß das eine sehr starke Platte sein. Verkäufe dieser Auflage oder höher erreiche ich mit Dave Clark und vergleichbaren Acts. Ich glaube jedoch, daß unsere eigenen Acts, wenn erst einmal bekannt, genausoviel verkaufen können wie beispielsweise ein DJ Pierre. Jeder hat mal klein angefangen... Man schaue sich nur mal Thomas Heckmann an, wieviel der verkauft. Die Kritiken einiger unserer Artisten in englischen Gazetten, wie z.B. Eternity, sind extrem gut und man sagt ihnen eine gute Zukunft voraus.

FP:
Was ist passiert mit vielen belgischen Acts der Vergangenheit, warum gibt es so wenig gute Produzenten in dem Genre Acid und Techno?
VL:
Glaubst du nicht, daß unsere Acts vielleicht eine andere Sicht- bzw. Herangehensweise an Musik haben, vielleicht die Musik anders leben, als viele, die auf den Zug aufgesprungen sind und jetzt z.B. Ambient House machen oder sonst was, alles ausprobieren, um erfolgreich zu sein, aber keinen Idealismus haben?
Marc Van Campenhout
Wir machen all das, was Bonzai nicht macht. Für das kommerzielle gibt es jetzt ein Label von Big Time International, daß sich Nitric nennt.


FP:
Wann hast du das Label gegründet?
VL:
Wir haben '93 unsere erste Platte veröffentlicht. Laß mich dir ein paar Antworten auf existenzielle Fragen geben. Die Techno-Szene in all ihrer Vielfalt ist in den letzten Jahren immer größer geworden und wächst noch immer. Es gibt einige Label, die vorgeben, daß der Markt kleiner wird und die meinen, Garage machen zu müssen, aber das stimmt nicht. Natürlich gibt es durch die gestiegene Zahl der Anbieter, sprich Label, auch Fälle, wo Leute weniger verkaufen, aber im totalen steigt die Nachfrage. Wir verkaufen viele Platten in der Schweiz, Holland, Belgien, den USA, Frankreich, Deutschland und auch Japan.

FP:
Bist du allein verantwortlich für Re -Load ?
VL:
Ich bin einer der Besitzer des Labels. Ich regele das Finanzielle, das A&R wird von Mark Van Campenhout gemacht, der auch unseren Recordstore BCM macht.

FP:
Was war der Grund für den Aufbau von Re-Load? Ihr habt mit Big Time International viele große Hits gehabt...
VL:
Drei bzw. vier Monate nach der Gründung von Big Time hatten wir direkten Erfolg. Nicht nur mit Techno, sondern auch mit House. Wir hatten auf unserem Houselabel zwei große Hits und in dem Moment, wo du Hits machst, erwarten die Leute von dir Stücke nach derselben Formel, Cross Over Hits. Du wirst zu so etwas wie 2-Unlimited. Für das Business war das sehr gesund und eine Erfahrung, die uns Kontakte in der ganzen Welt eingebracht hat, z.B. auch nach Japan. Wir bringen dort viele Stücke heraus & haben große Marktanteile nicht nur mit Techno. Es ist ein natürlicher Prozeß, daß du mehr und mehr Overground wirst. Die Danceabteilung war immer mein Kind und so dachte ich mir, es wäre eine gute Idee, trotz der Cross Over Hits wieder zu den Roots zurückzukehren.
Re-Load ist wirklich mein Kind. Es muß aber alles finanzierbar sein und geplant werden. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt auch mit anderem wie der Bookingagentur und Promotion von Platten für andere Labels beschäftigt. Ich bin der Architekt und das mentale Gleichgewicht für Distribution Companies hier, Export Import. Wir bauen jetzt z.B. ein neues Label auf, das sich Aquatic nennen wird, und das mehr in die Club House Richtung gehen wird, Chicago, London etc...


FP:
Wie ist deine Politik bei Re-Load?
VL:
Ich achte immer darauf, daß die Erscheinungen in Form einer Welle zunehmen und abnehmen, was das Potential an hartem Techno betrifft. Es geht von experimentellem zu hartem Techno, zu hartem Acid, bis zu mehr fundamentalen, angenehmen Platten. Marc Van Campenhout ist verantwortlich dafür, das Re-Load Techno in seiner puren Form veröffentlicht und bis zu einem bestimmten Punkt experimentel ist.

FP:
Was habt ihr noch für die Zukunft vor?
VL+MVC:
Wir beginnen jetzt mit Reload Ambient. Die erste Platte kommt von Acid Kirk und heißt Psychonauts-Alchemy. Wir haben für die Zukunft noch eine Menge international bekannter Acts für Re-Load und Re-Load Ambient verpflichten können, wie z.B. Muzique, VIW von Warp, Ken Ishi, C.J. Bolland e.t.c.. Zusätzlich wird es noch Re-Load Limited geben.

Diskographie


< DJ Sneak                                                      Paul Johnson >

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Triple R (Riley Reinhold) Interview mit Steve Stoll (für Frontpage)

Steve Stoll

Honest & Pure Tracks from New York


So etwas wie eine weltumspannende Technoszene hat es möglich gemacht,daß man nicht mehr mit Leichtigkeit den Ursprungsort einer Platte errät. Techno hat schon seit längerem universellen Charakter erlangt, aber die Form der Produktion, die spezifische Handschrift des Künstlers und die des Preßwerks, sprich des Cutters, führt zu dem, was man Stil nennt. Dennoch gibt es einige, die sich wie ein Chameleon durch die Technoszene bewegen.
Steve Stoll ist einer, der seine Coleur von Platte zu Platte ändert und in seiner Form von Mimikri in einer unheimlichen Art und Weise überzeugt.
Wenige wissen, daß er neben seinen momentanen Projekten auf dem New Yorker Label Synewave auch Platten auf Djax Up unter dem Projektnamen Storm veröffentlicht, unter "Hemisphere" mit Pete Namlook eine Ambientplatte produzierte, sowie mit Datacloud auf Probe seine erste internationale Platte herausbrachte. In Deutschland ist er zusätzlich bekannt geworden durch sein Vinyl auf Delirium, "The Electronic World EP", sowie durch die erst vor kurzem erschienene "Dark Man" Double 10". Erst vor kurzem gründete er sein eigenes Label Proper Records, das bisher drei Releases markierte.
Seine schon vorher angesprochene Vielseitigkeit drückt sich in monotonen, langen Endlosmodulationen, hartem New York Acid, analogem Ambient und nicht zuletzt auf seinem eigenem Label in mehr an Detroit angelehnten Tracks aus. Monotonie scheint für ihn eine wichtige Konstante darzustellen. "Wiederholungen sind die Basis für viele meiner Stücke. Wenn du genau hinhörst, wirst du subtile Veränderungen festellen. Für mich verliert ein Stück die Richtung, wenn es stark variiert. Ich bevorzuge es, einen Groove aufzubauen und arbeite grooveimmanent, was sicherlich mit meiner Vergangenheit als Schlagzeuger zu tun hat."
Steve Stoll begann seine Laufbahn als Drummer bei der Industrialband KMFDM, die in den USA auf Wax Trax erschienen, bezeichnet sich aber selber eher als Programmer. "Ich habe schon mit zehn Jahren angefangen zu drummen. Ich erinnere mich, daß ich noch zu KMFDM-Zeiten schon einer der ersten war, der in New York mit elektronischen Drums rumexperimentierte. Ich testete jedes erdenkliche Drumprogramm, was mich letztendlich zum Programmieren brachte." Was oft auffällt bei Stücken von Steve Stoll, speziell bei Platten auf Djax Up und Delirium, ist das düstere Ambiente, das sich nicht zuletzt mit der "The Dark Man" auch als Titel niederschlägt.


Interview:


by Triple R






Was bewegt dich zu "darken" Tracks wie du sie machst?

S:
Wenn ich Happy-Tacks machen würde, würde das nicht das reflektieren, was ich im Inneren fühle. Ich glaube das Umfeld, in dem ich mich bewege, ist da wichtig. Ich lebe in Midtown von New York. Prostituierte, Drogendealer e.t.c., das sind Sachen, die du deshalb aus deinem Kopf verbannen möchtest. Manchmal ist es aber hart. Ich war zur Zeit des Golf-Krieges in Saudi Arabien und habe mit einem Walkman Sounds von Scud Attacken aufgenommen. Das sind auch Erfahrungen, die mich beeinflußt haben. Mein Projektname Storm ist Resultat meiner Erfahrungen dort.
FP:
Wie bist du nach Saudi Arabien gekommen?
S:
Ich bin der Army beigetreten als ich sehr jung war und habe während des ganzen Golfkrieges als Aufklärer von Satellitenbilder gearbeitet und Bombenangriffe lokalisiert. Das war 1991, für mich liegt das schon sehr lange zurück. Auch wenn das keinen direkten Einfluß auf meine Stücke hat, ich behalte das in meinem Hinterkopf und es zeigt nur, wie "fucked up" die Regierungen sind. Es ist unglaublich. Ich habe gestern eine Nachrichtensendung über die Architekten gesehen, die in Deutschland zur Zeit des NS-Regimes die Gaskammern/ Krematorien gebaut haben, die nie angeklagt wurden und heutzutage noch im Business sind. Das macht mir echt Angst. Es gibt hier in den USA viele, die sagen, daß es so etwas wie den Holocaust nie gab. Ich finde, da muß man Position beziehen und etwas dagegensetzen. Letzte Woche ist eine Frau bei mir um die Ecke vor einen Zug gestoßen worden und keiner von den Leuten auf dem Bahnsteig hat sich etwas anmerken lassen. Passiv zu sein ist bullshit. Ich habe dennoch eine positive Einstellung gegenüber der kommendenden Generation, speziell den Leute gegenüber aus meinem Umfeld, universelle Menschen. Ich arbeite in den USA, aber ich habe genau so viel zu tun mit Leuten in Europa. Technology läßt die Welt zusammenrücken. Sachen, die in Afrika passieren, berühren uns hier und vielleicht in zehn Jahren, wenn Leute unseren Alters die Welt regieren, wird einiges anders. Aber ich glaube, daß das in einer gewissen Weise jede Generation das von sich sagt.
FP:
Du hast jetzt dein eigenes Label, was hat sich dadurch verändert und wie waren die Reaktionen?
S:
Ich habe das größte Risiko bis jetzt auf mich genommen. Ich habe gestern meine Arbeit gekündigt und mache jetzt nur noch mein Label, full time. Proper hat angezogen seit der ersten Platte, die ich nur 300mal gepreßt hatte. Distributers haben haben große Mengen danach bestellt. Watts und 7Th City haben 1600 Platten geordert. Ich glaube nach sieben oder acht Platten wird das Label sich selbst tragen können und seinen Platz in der Labellandschaft gefunden haben. Das Label soll aber immer ein Undergound-Label bleiben. Mein Ziel ist es, zwei Platten im Monat herauszubringen. Ich kann das aber nur bewerkstelligen, wenn die Tracks gut genug sind. Die Promotapes, die ich von anderen kriege, sind oft nicht sehr gut.


Deine Platte The Blunted Boy war besser produziert als deine Debutplatte auf Poroper, druckvoller, mehr was für den Club!

S:
Ja, ich presse jetzt da, wo alle Houselabels pressen lassen, bei Europa Disk. Ich habe vorher in Brooklyn pressen lassen, aber die Jungs haben meine Tracks oft abgefuckt. Jetzt kostet es mich ein bißchen mehr, aber die Produktion ist besser. Ich presse derzeit nur 1000 Copies, um die Platten rar zu halten.
FP:
Wie wird deine neue Platte auf Proper heißen?
S:
Meine nächste Platte heißt "The Carbon Boy"- Back To Big Funk. Es gibt eine Story dahinter, jedesmal wenn du dir Damons White Label anschaust, sehen die aus wie Waffeln, gelb bis schwarz. Carbon heißt übersetzt verkohlt, das ist der Hintergrund. Stilistisch ist die Platte total anders als die letzte. Die eine Seite ist harter Underground-Acid, die andere ist minimalistischer Funk. Ich bin in der letzten Zeit sehr damit beschäftigt gewesen, solche Stücke der ersten Kategorie zu machen. Die neue 12" für Djax Up ist in ähnlichem Stil. Ich bin mir noch nicht sicher wie sie heißen wird, vielleicht Horoshison, was auf japanisch so viel heißt wie Mr. Storm. Ich hoffe sie kommt im April heraus, so daß ich sie bei meinem Gig in Chicago spielen kann. Saskia von Djax Up schwärmt total von ihr. Außerdem werde ich mehr auf Delirium herausbringen.
FP:
Du bist auch auf dem Trance Atlantic Sampler mit DJ Skull, Joey Beltram, Plastikman e.t.c., der gerade erschienen ist ?
S:
Wie sieht er aus? Ich habe ihn noch nicht bekommen.
FP:
Es ist quasi ein amerikanischer Sampler, mit guten Leuten.
S:
Momentan scheint jeder auf US-Tracks abzufahren. Das kann sich in einem halben Jahr wieder ändern und es ist wieder Frankfurt Sound in. Was in den nächsten Monaten angesagt sein wird ist House mit Acid. Womit ich große Probleme habe ist die geographische Lage eines Artisten, die für mich scheißegal ist. Ich glaube, daß es jemanden in Alaska geben könnte, der unglaublich gute Sachen macht, aber der Umstand, daß du nicht aus Chicago oder Detroit kommst, bringt dir weniger Aufmerksamkeit ein. Ich habe mit Daniell Bell gesprochen und er hat mir 100%ig zugestimmt. Er hat gesagt, daß momentan ein paar gute Platten aus Detroit kommen, aber auch ein Haufen schlechter.
FP:
Wer hat die Zeichnung auf der Blunted Boy gemacht?
S:
Die Zeichnung ist von meiner Frau, sie hat sie frei-Hand gezeichnet. Ich mag es, wenn die Platte nicht so stark technoid aussieht.
Arbeitest du noch an anderen Projekten, außer den besagten?

S:
Ich habe diverse Angebote von Majors, aber ich bin nicht sicher, ob ich meinen Namen dafür hergeben sollte, d.h. unter ihm die Platten herausbringen soll? Angebote kommen auch aus Deutschland.
FP:
Harthouse?
S:
Kein Kommentar!
FP:
Damon Wild wollte auch mal eine Platte auf Harthouse rausbringen, hat es dann aber gelassen.
S:
Mit Verträgen ist das so eine Sache. Wenn sie nicht am ersten oder zweiten Tag klappen, kippt die ganze Sache und es wird ekelhaft. Abgesehen davon gibt es aber auch Verhandlungen mit anderen Labels, z.B. Trope.
FP:
Es haben sich aber keine Majors in New York gefunden?
S:
Es gab einen Punkt, wo sich TVT (TV Tunes) für mich interessiert haben. Aber was du auf jeden Fall drucken kannst ist, daß amerikanische Labels nur das nehmen, was vorher in Europa erfolgreich war. Autechre, LFO, Aphex Twin e.t.c., alles was auf Warp rauskommt. Sie würden niemals einen Underground-Artisten unterstützen.
FP:
Wie bist du dazu gekommen, auf Delirium Platten zu machen?
S:
Der Kontankt ging über Pete Namlook, mit dem ich das Hemisphere-Projekt gemacht habe. Er hat mich eingeladen nach Frankfurt, was sehr interessant war, weil ich viel über die Stadt gehört hatte und so habe ich auch Jörg vom Delirium kennengelernt.
Wie machst du deine Tracks?

S:
Also, ich habe immer eine Idee, bevor ich anfange, was produktiver ist, als anders herum. Ich arbeite jeden Tag im Studio. Ich benutze kein Midi, sondern nur Din Sync; Voltage und Gates, welche mir erlauben, Sequenzen zu schaffen. In der letzten Zeit, angefangen mit der Ausgang II auf Synewave, habe ich begonnen, mich für Chicago- und Detroit-Sounds zu interessieren und habe dahingehend alte analoge Keyboards gekauft.
FP:
Du bist ja kein DJ, aber hattest vor einzusteigen. Was ist daraus geworden?
S:
Ich habe da nicht viel gemacht. Was ich momentan mache, sind Dubplates von meinen Stücken um sie Damon zu geben, der sie dann in Europa verteilt. Dubplates kosten mich 50 Dollar, was OK ist. In Deutschland fliegen zur Zeit auch ein paar Acetate rum. Electric Indigo hat z.B. zwei Platten. Ich glaube, daß ich diese Tracks auf Synewave veröffentlichen werde. Ich mache mich aber bereit für Live-Auftritte. Am 15 April gibt es eine große Djax Up Party in Chicago, wo ich teilnehme.
FP:
Wie sehen Live Gigs aus bei dir?
S:
Immer anders als das Material, das ich auf Platte veröffentliche. Es macht für mich keinen Sinn, etwas wiederzugeben, was schon auf Platte draußen ist.
FP:
Wirst du in absehbarer Zeit wieder etwas auf Plus 8 herausbringen?
S:
Das ist nicht abzusehen.
FP:
Wo gehst du aus in New York?
S:
Um ehrlich zu sein, es hört sich wirklich lahm an, aber ich gehe nicht in Clubs. Wenn ich dorthin gehe, ist mein Gehör abfuckt für den nächsten Tag und ich kann nicht mehr produzieren. Es ist unglaublich, daß Leute die Motivation aufbringen können, zehn Stunden zu elektronischer Musik zu tanzen. Ich kann das auch, aber die Umgebung, in der ich mich befinde, unterscheidet sich stark davon. Ich gehe zu einer großen Party alle fünf Monate. Wenn du auf einer großen Party bist, hast du hunderte von Leuten mit Hüten und Rave Gear und ich komme da rüber wie der ordinäre "White Boy". Das bringt einen schon durcheinander. Wenn ich einen Track höre, den ich wirklich mag, flippe ich total aus, wie z.B. vor kurzem, als jemand einen Mike Dearborn-Track spielte. Das ist für mich immer unglaublich, denn sowas spielt man hier so gut wie nie. Aber irgendeiner muß die Sachen doch spielen, weil sie sich doch auch verkaufen. Ich wünschte mir, ich würde wissen, wo man so etwas hören kann.


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Triple (Riley Reinhold ) Interview mit Joey Beltram ( für Frontpage)

Joey Beltram...


...is back !

Was man mit Joey Beltram verbindet ist sein Hardcore-Image der frühen 90ger. Der Erfinder der
Metasm Sounds und des legendären "Vortex", scheint für immer auf dieses Bild festgelegt worden zu sein, obwohl dieser zu Nu Groove Zeiten 1989-1990 seine höchste Phase der Kreativität hatte und in New York seit dem fest verwurzelt ist.
Cool und lässig wie eh und je, läßt ihn der Medienrummel um ihn deshalb kalt und auch auf die Frage was er in den Jahren 1993 bis 1994 gemacht hat, antworted er schlicht, er hat seine Keller aufgeräumt, mal alles sortiert. Nicht viel scheint sich für ihn geändert zu haben.
Die Leute die mit ihm zusammengearbeitet haben, wie z.B. Frankie Bones, Ralphie D, How & Little, Damon Wild und Mundo Muzique, die allesamt unter anderem auf der Brooklyn Beats Compilation (Easy Street ' 91) Stücke veröffentlichten, sind noch immer seine Freunde. Gesehen hat man ihn zuletzt in einem schwarzen Corvette (Latino Style?) mit Sonnenbrille als er in Brooklyn cruiste.
Dennoch etwas hat sich geändert, nicht umsonst, ist er vor ein paar Wochen, seit langer Zeit wieder einmal in Deutschland aufgetreten. Mit seine Beiträgen auf diversen Samplern (die zu den besten gehörten, von den gefeaturten!), wie z.B. der Trance Atlantic Reihe und nicht zuletzt seiner Compilation auf Trax und seinem Debut auf Warp hat er sich langsam aber beständig wieder in die Herzen der DJs gespielt.
"Quality" & "Consistency", in dem was man tut und wie man es tut, ist für ihn von enormer Wichtigkeit und so macht er sich wenig Sorgen über die Zukunft, denn Erfolg scheint sich bei ihm von selbst einzustellen. Brandaktuell ist seine Picture 10", die Invisible Record aus Promozwecken der kommenden LP von ihm vorgeschoben hat.

Triple R

sprach mit Joey Beltram:



Ich habe mit dir ein Interview gemacht, als du bei Mayday aufgelegt hast, daß ist eine lange Zeit her, seit dem habe ich dich hier nicht mehr auflegen hören. Legst du überhaupt noch in Deutschland auf?
JB:
Ja, ich erst kürzlich in Hannover mit Juan Atkins und Damon Wild.
FP:
War das eine US Nacht, oder...?
JB:
Nein, der Aphex Twin war noch da und etliche andere. Es war definitiv cool!
FP:
Ich meine mehr die Jahre zwischen 92 und 95.
JB:
Doch, ich habe einiges zwischendurch gemacht. Ich habe z.B. in Stuttgart, Düsseldorf und Berlin aufgelegt. Ich bewahre meine "Low Profile- Einstellung," aber so bin ich ja sowieso immer.
FP:
Macht es dir noch immer Spaß Techno zu produzieren. New York scheint derzeit nicht der Ort zu sein, um inspiriert zu werden für solche Musik? Was passiert momentan?
JB:
Es passiert hier nichts, ich meine es passiert hier schon etwas, aber es ist Müll, wenn du weißt was ich meine. Es ist ein Witz, was man hier Szene nennt. Ich nehme da garnicht teil bei so einem Schwachsinn. Es ist bloße Zeitverschwendung weil die Leute nicht die richtige Vorstellung haben, alles was sie spielen wollen ist.....es ist schwierig zu sagen, du mußt das wirklich an eigenem Leib erfahren. Ich würde das als kommerzielle Umgangsart von Musik bezeichnen.
FP:
Macht dich das nicht unglücklich zu sehen, das es 1991 mehr Techno-Outputs in New York gab als jetzt?
JB:
In gewisser Weise bin ich froh das es so ist, weil du immer viele Leute hast, die nur kurze Zeit mitmischen wollen, die auf den Wagen aufspringen, um ein paar Leute zu beeindrucken. Leute, die dabei sind, aus Gründen des falschen persönlichen Egos, um rumlaufen zu können und zu sagen:>b>" Ich bin jetzt auf einem major". Momentan gibt es nur eine handvoll Leute, die es machen und die es von Herzen tuen, Damon Wild, Steve Stoll, Mundo Muzique und ein paar andere. Für diese Leute habe ich vollen Respekt und wenn du deren Platten heute anhörst haben die über Jahre Qualität abgeliefert. Das sind die Leute die New York representieren, was die positive Seite angeht. Die anderen machen schlechte Raves, booken seit Jahren die gleichen no-name DJs, Leute die mit ihnen befreundet sind, es ist alles Politik. Mundo, Steve, Damon und ich, die wir jedes Wochenende in Europa auflegen, wir werden hier in New York nicht gebookt.
FP:
Wer legt dann überhaupt auf?
JB:
Ich will keinen Dreck aufwühlen, wirklich nicht. Die Leute die dies lesen, wissen wer sie sind. Es sind immer die gleichen Leute.
Ich halte gerade eine Doppel LP von dir in der Hand, die vor zwei Monaten veröffentlicht wurde. 'Aonox' auf Barramundi, einem belgischen Label. Das sind eher untypische industrial-listening tracks. Düster, wie man sie auch von Marco Michele (Out Of Orbit) kennt. Was ist da mit Joey Beltram passiert?
JB:
Das Material war ursprünglich für Visible Records Los Angeles intendiert, die es weiterlizensierten. Das sind Stücke, die ich 1993, als ich eine Pause gemacht habe, zustandegekommen sind. Um die '93 ging die Musik in so viele verschiedene Richtungen.........'89, '90, '91 gab es keine verschiedenen Styles von Techno, oder was man Techno zu diesem Zeitpunkt genannt hat. Es war eine Sache, entweder du hast sie gespielt oder nicht, es gab keine Diskussionen über, "Ja, das ist Break Beat", oder irgendetwas anderes. Das war recht cool, denn wenn du damals in einen Club gegangen bist hast du verschiedene Styles von Musik (Techno) gehört. Musik wurde danach sehr stark aufgeteilt, in Hardcore, 200 BPM Musik, melodischer Trance, welcher Leute hat einschlafen lassen und dann gab es noch.......eben so vieles anderes. Wenn du damals nur einen Stil gemacht hast, haben dich alle anderen, die da mehrgleisig fuhren, ignoriert.
Als die die Aonox Track gemacht habe, habe ich sie gemacht, weil ich sie mochte, nicht, weil ich meinte etwas anderes machen zu müssen, weil es andere so machten. Ich habe zu diesem Zeitpunkt, vieles was auf den Markt kam nicht gemocht, denn ich stehe auf das" Under One Roof"- Zeug von '89, '90 und '91. 1993 habe ich wie gesagt eine Pause gemacht in meinen Veröffentlichungen, ich habe aber weiterproduziert und dachte damals, daß das Aonox Material zu schwierig gewesen wäre um es zu veröffentlichen, so habe ich es für mich behalten und erst vor kurzem zu Visible gegeben. 1994 entschied ich mich wieder Platten im großen Stil zu veröffentlichen. Anderes Material das ich zurückgehalten hatte, erschien z.B. auf der Caliber EP auf Warp oder der Re-Releses Double 12" auf Trax . Das war das im Grunde das Jahr wo ich meinen Keller aufgeräumt habe.
FP:
Da muß ich dich direkt was fragen. Bei den Re-Releases war man sich hier immer einig, daß sie nicht alt sein konnten. Sie waren zu tricky und kompliziert für die Zeit dachten wir. Waren es nicht zum größten Teil neue Stücke?
JB:
Nein, nicht wirklich. Die meisten Stücke sind von Trax vorher released worden, um die 1991 herrum, bevor er sein Label schloß. Um genau zu sein, sind vier Stücke schon vorher veröffentlicht worden.
In Chicago schimpft ja jeder irgendwie über Trax, wenns ums bezahlen geht, daß hat dich aber nicht gestört, als du nach langer Pause dich entschlossen hast wieder eine Platte bei ihnen herrauszubringen?
JB:
Ja, Leute sagen Sachen über Larry, aber er macht die musikalische Linie und wir kommen beide sehr gut miteinander aus. Ich habe noch nie mit ihm ein Problem gehabt. Es ist ein cooler Typ und ich respektiere das was er in der Vergangenheit veröffentlicht hat. Trax war das erste Label was Acid vorgestellt hat, die die 909 gebraucht haben, was heutzutage ein Standart ist und eben vieles andere. Trax verkauft wieder gut und es gibt bei allen Sachen, immer zwei Seiten einer Medallie. Ich bin sicher, daß wenn du Larry anrufst, eine ganz andere Story hörst.
FP:
Ich möchte nicht penetrant sein, aber welche oder wie viele Stücke waren richtig neu?
JB:
Da bin ich nicht sicher. Ich glaube ein Stücke, das als erstes auf einer der vier Seiten ist, war recht neu. Übrigens sollte die Doppel 12" garnicht garnicht als Re-Release Platte erscheinen, obwohl eben diese vier Stücke schon auf Trax erschienen waren. Viele der Stücke auf der Platte kamen von B-Seiten, die ich vorher veröffentlicht hatte und die keiner wirklich zur Kenntnis genommen hatte, weil alle auf härtere Stücke standen zu diesem Zeitpunkt. Stücke die auf Nu Groove herrauskamen und einem der Sublabel 'Alibi'. Ich weiß nicht ob du irgendwas von dem Zeug hast? Wie z.B. "Technical Onslaught".
FP:
Ich muß gestehen leider nicht.
JB:
Kennst du "Let It Ride" ? Es war das erste was R&S von mir veröffentlichte, es kam herraus vor "Energy Flesh".
FP:
Das erschien unter deinem Namen, Joey Beltram?
JB:
Die Platte kam raus unter dem Namen 'Direct' aber es steht auf ihr, daß die Stücke von mir sind. Jeder weiß das. In den Staaten kam die Platte über Nu Groove auf Alibi herraus. Ich habe viel gemacht in '89 aber ich hatte natürlich keinen Namen zu diesem Zeitpunkt. Ich bin wirklich erst entdeckt worden mit "Energy Flesh". Das frühe Material kennen nur wenige und das ist es auch was Larry auf Trax herrausbrachte. Ein anders Projekt auf Trax sollte eigentlich the Re-Releases heißen, da hat Larry oder der Printer leider einen Fehler gemacht. Ich weiß garnicht, was jetzt mit der anderen Platte ist, die so heißen sollte. Auf dieser sollten Stücke von Nu Groove und Easy Street sein. Ich habe ein paar 12"s auf Easy Street veröffentlicht.
FP:
Um nochmal auf Visible Records zurückzukommen, hast du vor der Aonox noch Platten auf dem Label veröffentlicht?
JB:
Ja, in '93 unter dem Namen Odyssé 9. Das war meine erste Platte auf dem Label und die zweite des Labels überhaupt. Ich habe jetzt gerade eine 10" Picture Disc auf Visible herrausgebracht. Es ist so eine Art Promo für die kommende LP von mir, unter dem Namen Odyssé 9. Auf der 10" sind übrigens zwei 135 BPM Stücke eines davon ist exklusiv nur auf ihr.
FP:
Ich habe gehört sie soll sehr hart sein?
JB:
Nein, im Gegenteil, es sind eher mellow Tracks, ich weiß nicht. Leute haben mich zu einem bestimmten Zeitpunkt als Hardcore-Guy klassifiziert, der ich nicht bin, da muß ich betonen. Stücke wie "Vortex" oder "Mentasm" galten als die ersten Hardcore Tracks, wenn du aber die meisten meiner Stücke hörst, merkst du wie viel verschiedene Platten ich gemacht habe. Ich habe die Tracks um '91 gemacht weil ich etwas anderes machen wollte. Ich wollte nicht das machen, was andere gemacht haben, klassischer House. Ich wollte andere Bereiche erkunden. Jeder nach mir der die Stücke gehört hat, hat sich gesagt; "Cool, ich will auch Hardcore sein, aber ich will härter sein." Als dann viele Hardcore gemacht haben, habe ich mich schnell davon distanziert.
Du hast in der letzten Zeit immer öfters gute Stücke auf Compilations untergebracht, zuletzt auf der Trance Atlantic Serie. Hast du nie daran gedacht, anstatt sie dort rauszubringen vielleicht alle zusammen auf einer 12" oder vielleicht auf deinem eigenem Label zu veröffentlichen?
JB:
Ich habe gerade was laufen in Bezug auf mein eigenes Label Syntox. Ich habe ja schon Platten auf dem Label herrausgebracht.
FP:
Ich kenne nur die Evil A.D. - Destruction EP, welche gibt es noch?
JB:
Ich habe noch eine andere pressen lassen, die kam aber nie offiziell herraus, sondern nur als Promo, die ich an meine Freunde verteilt habe. Ich werde jetzt ganz offiziell wieder anfangen das Label zu puschen, ich hatte keine Lust das Label nur nebenbei zu machen, sondern will mir damit ein wenig Mühe geben. Ich war zu beschäftigt in '94.
FP:
War das dein einziger Versuch ein Label zu gründen?
JB:
Nein, mir gehörte damals Alibi, ein Sublabel von Nu Groove. Wir haben nur vier Platten veröffentlicht. Dann gab es noch weitere Offshots von Nu Groove z. B. Rythmatic Rage und Sue Records, die nicht meine Label waren, auf denen ich aber Stücke hatte.
FP:
Was hälst du von "harten" Techno heutzutage, oder was ist für dich hart und wie stehst du heute dazu?
JB:
Ich mag von jedem etwas, weiß du. Jeder Track spricht für sich. Ich habe nichts dagegen wenn ein Stück hart ist, es gibt keine Regel die mir sagt; "wenn es hart ist, darfst du das nicht mögen." Es gibt diverse Sachen, die ich persönlich hart finde, die andere aber nicht hart finden.
FP:
Was ist das?
JB:
Ich finde Gabba sehr hart, aber ich mag es nicht. Acid Scout ist hart, aber sehr gut, ich spiele es oft in meinem Set. Jeff Mills Zeug auf Waveform ist hart aber sehr gut.
FP:
Wen magst du von den Producern momentan?
JB:
Jeff Mills steht ganz oben auf der Liste, Luke Slater, Damon Wild, Mundo Muzique, Paul Johnson, Mike Dunn.
FP:
Wie würdest du deinen Stil beschreiben wenn du auflegst?
JB:
"Bouncy", ich spiele alles, beschränke mich nicht nur auf New York oder Chicago Stuff.
FP:
Als du eine Platte auf Warp gemacht hast war das eine große Überraschung für viele.
JB:
Ja, das glaube ich. Ich verschicke viele Demos und die gehen da und dort hin. Ein Freund von mir lebt in der Ecke und hat ein Tape bekommen und so muß es zustandegekommen sein. Bei Warp war das so, daß sie früher viel mehr Dancefloor gemacht haben und dann kaum mehr etwas und da war es schon eine Überraschung das sie meine Tracks genommen haben, weil es sehr dancefloorfreundliche Stücke waren.
FP:
Was glaubst du wie viele Platten du schon gemacht hast?
JB:
Ich habe um die 75-80 Platten gemacht, wo ich in irgendeiner Weise involviert war.
FP:
Was gibt es bei dir für Zukunftsprojekte?
JB:
Ich stehe in Verhandlungen über eine LP bei Tresor und eine neue 12" auf Trax.


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Triple R (Riley Reinhold) - Artikel über die Stilrichtung "Electro"




Electro 

Written with very special help of DJ Rootpowder, Formic Rec. Köln



Nein, mit dem Club Elektro in Berlin, der sicherlich hier mehr als eine Erwähnung verdient hätte, hat dieser Artikel nichts zu tun. Im Zuge aber eines neuen Hypes wie Trip Hop, der auf gesampelten Hip Hop Beats in Kombination mit trippigen Sequenzen baut, ist es an der Zeit, auf Elektro hinzuweisen und damit vielleicht bei manchen ein stilles Interesse zu wecken. Elektro ist eine Richtung elektronischer Musik, die in 1982 in den USA seinen Urprung fand, vergleichbaren Einfluß hatte auf Techno wie House und sich gleichermaßen auf Kraftwerk berief.
Wegbereiter des Elektro war Afrika Bambatta, der mit Hits wie Planet Rock und Looking For A Perfect Beat Musikgeschichte schrieb.
Kraftwerks Computerwelt und später Tour De France setzten in der frühen Phase von Elektro Standarts und vermittelten ein futuristisches Bild von der Zukunft, das man sich schlichtweg einverleibte. Bis in unsere Zeit hinein gibt es wenige Elektroplatten, die nicht von Kraftwerk-Sequenzen Gebrauch machen.
Im Unterschied zu House, ist der direkte Einfluß auf Techno House, was das überwechseln von Artisten von einem Camp ins andere, b.z.w. das Sampeln alter Platten angeht, relativ gering. Alleine Juan Atkins Cybertron, dem Vorgänger von Modell 500, zeigt eine Linie auf, die 1982 mit Cosmic Car auf dem californischen Label Fantasy beginnt und bis in unsere Zeit andauert. Fairerweise muß gesagt werden, daß weder seine Elektro Platten, noch seine Technoplatten stellvertretend waren für jene Epoche und das er mit I See The Light 1994 wieder eine Elektroplatte veröffentlichte.
Sicherlich auch von Elektro inspiriert war die Brooklyner Techno Szene Anfang der 90ger rund um Joe Beltram, How & Little und Franky Bones, deren Stücke alle auf einem Hip Hop Beat fußten. Witzig auch, daß Westbams großer Hit Monkey Say Monkey Do sich mit Liquid Liquids- "Optimo" eines New Yorkers Elektro Beats bediente.
Charakteristika eines jeden Elektrotracks sind, neben dem programmiertem 808 Hip Hop Beat: Vocoderstimmen (durch einen Computer in eine andere Stimmlage transponierte, geprochene Worte), RAP, Instrumentierungen durch Analogsynthisiezerklänge, Harmoniewechsel von Akkorden und Scratching . In seltenen Fällen gibt es Gitarrenparts. Auf der Rückseite findet sich immer eine Instrumental-Seite. Auffällig auch, die zum Ende eines Stücks hin oft zunehmende Eskalation von Sounds.
Die Obsession und der Spaß an Technik und der damit verbundene Glaube, die Mißstände in seiner Heimat-Stadt beheben zu können, war Gegenstand von Raps, genauso wie Hip Hop typisches Machogehabe . Titel wie, Computer Age, Auto Man, Im Not A Robot, Space Cowboy, Ground Control, Space Is The Place, Cyborg Dance und Teknology waren nicht selten und drückten Enthusiasmus gepaart mit einer leichten Skepsis in Bezug auf die Zukunft aus. Oft ging es mit der Begeisterung soweit, das der Interpret sich so darstellte, als ob er nicht von der Erde, sondern vom Mars käme. Der Blick in die Zukunft und das Bekenntnis zur Computerästhetik ließen kitschige, klischeemäßige Computersounds, wie man sie aus 60ger Jahre Science Fiction kennt, geschmackvoll in Stücke einfließen.
Was Jack für House bedeutete in den Texten sämtlicher Oldschool Platten, war Phreak für Elektro.Phreaks Are On The Floor Now, A Phreaky Situation, e.t.c., es war kein Ende absehbar.
Das Equipment, das auf Platten benutzt wurde und der experimentelle Umgang mit diesen, erinnert in vielerlei Hinsicht an Techno-produktionen von heute. 808, analoge Synthies und Samples, d.h. live eingespielte Scratches von Platten.
Elektroplatten wurden vorzugsweise von Breakdance DJ aufgelegt, fanden sich inmitten von kommerziellen Discosets wieder und dienten oft als Soundtracks für Break Dance Filme, wie z.B. Wild Style.
Eines der wenigen Elektrostücke, das in Deutschland in die Charts kam, war Johnzon Crews-Pack Jam (Electro Boogie), das obskur genug als Soundtrack zur ersten Staffel von Formel I im deutschen Fersehen lief.
Reine Elektrolabel, wie Freak Beat, Egyptian Empire, Rappers Rap, Music Specialist oder Right On, sind eher selten und scheinen als Einzelaktionen, aus der persönlichen Not heraus enstanden zu sein, schlichtweg nicht woanders veröffentlichen zu können. Ein Label, welches verschiedene Interpreten veröffentlichte, später dann bis in die 90ger hinein auch Techno herausbrachte war Cutting. Kurioserweise ist genau auf diesem Label jetzt mit 740 Boys - Shimmy Shake wieder eine gute Elektro Platte erschienen. In den meisten Fällen sind es größere Labels, wie Tommy Boy, Vanguard, Fantasy oder z.B. Cutting, die jede Art von schwarzer Musik veröffentlicht haben, b.z.w. Mayors wie Polydor, Atlantic und EMI.
Standbein von Elektro war neben New York auch Miami, dessen Stil von Elektro in der späteren Phase als Miami Bass bezeichnet wird und das mit Fantasy als eines der Label schon 1982 mit der Veröffentlichung von Cybertron bahnbrechendes leistete. Mit dem Beginn von House 85/86 ging es bergab mit Elektro, gleichzeitig aber kam mit dem californischem Label Technohop (später Technocut) eine weitere Variante dazu, die toughere und schnellere Beats gebrauchte. Miami Bass dagegen setzte auf einen durchgehenden Beat mit tiefer Bassdrum, die oft eine Melodie spielte, zu der in Form von Zitaten, collagenartig und stilistisch verschieden, Samples und eine Menge geniales Scratching kamen.
Sofern man davon überhaupt sprechen kann, weil die meisten Platten individuell stark verschieden waren, so lassen sich dennoch Merkmale heraustellen.
Keiner war futuristischer, düsterer und abrakter als Juan Atkins. Nur Planet Detroits - Return Of Planet Detroit (Pandisc) - zielt mit seiner Ernsthaftigkeit in eine änliche Richtung. Electric Funk - On A Journey arbeitete schon 82 mit gerader Bassdrum, dennoch mit Elektro-Feel
Newcleus war trippiger, funkiger, spaciger Elektro, genauso wie Johnson Crew. Egypian Lover war super synthischer Elektro mit egyptischen Melodien, extrem gut produziert und seiner Zeit vorraus. The Unknown DJ -808 Beats war stark 808 fixierter, puristischer Sound. Wir wollen hier nur einige nennen.
Abschließend bleibt zu sagen, das es sich bei den erwähnten Platten um progressive handelt und das es wie bei jeder anderen Musikrichtung auch hier kommerziellere, discoorientiertere Outputs gibt, die dennoch manchmal interessante Dubparts aufwiesen.

Ein Potential b.z.w. ein Interesse für Elektro scheint bei Produzenten in Detroit zumindest noch immer vorhanden zu sein. So erschien auf UR mit der Drexciya 4 - The Unknown Aquazone ein reines Elektro Doppelalbum. Auf 430 West erschien mit Bass Magnetic eine Elektro Doppel 12" und Juan Atkins veröffentlicht mit I See The Light seit langer Zeit wieder eine Elektro Platte. Ungebrochen in ihren Bemühungen Elektroplatten zu veröffentlichen, ist Pan Disc eines der wenigen Labels, die auch jetzt noch Elektro herausbringen, wie auch Cutting nach mehrjähriger Pause wieder mit einer Platte aufwartet.


1981
Kraftwerk - Computerwelt
1982
Afrika Bambatta & Soul Sonic Force (Tommy Boy) , Kinkina - Jungle Fever (Profile), Quadrant Six - Body Mechanic (Atlantis), Electric Funk - On A Journey (Prelude), Winobi - Funky Soul Makassa(Street Wise), Man Parrish - Hip Hop Be Bop (Sugar Scoop)
1983
Twilight 2 - Electric Kingdom (Vanguard), Ice T + Chris Taylor - Reckless Tibetan Jam (Polydor), Formula 5 - Killer Groove (Write On), Rich Cason + Galactic Orchestra - Veai 2001 Boogie (Rappers Rap), G-Force -Feel The Force (SMI), Kraftwerk - Tour De France (EMI), Hashim - Al Naa Fish (Cutting), Egyptian Lover - Egypt Egypt (Freak Beat), I.M.S. - Nonline (Emergency),Cybertron - Clear Enter LP (Fantasy), Capt. Rock - Return Of Capt. Rock (NIA), P Crew - Nasty Rock (Prelude), Rockmaster Scott - Its Life (Profile), Bobby Jimmy - We Like Ugly Women (Rapsur), Newcleus - Jam On It (Sunny View), Z Factor - Fast Cars (Mitchball) (direkter Vorläufer von House), Jonzun Crew - Pack Jam (Tommy Boy),
1984
Imperial Broth -We Come To Rock (Cutting), Jamie Jupiter - Computer Power (Egyptian Empire), Cybotron - Techno City (Fantasy), Pretty Tony - Fix It In The Mix (Music Specialist), Planet Detroit - Return Of Planet Detroit (Pan Disc), Palmer Force Two - Street Wars (Pan Disc), Paul Hardcastle - Rainforest (Profile), Dynamic Breakers - Dynamic (Sunny View),
1985
MC QP - Hello Baby (MDA), Sugarstyle 909 - The Beat Is Mine (On The Spot), LA Dream Team - Rockbeny Jan (Dream Team Rec.), World Class Wreckin Crew - Juice (Kru - Kut), Kosmic Light Force - Mysterious Waves (Night Beat), Information Soci. - Running Wide Angel (Tommy Boy), Arabia Prince - Innovator (Rapsur), Unknown DJ - Lets Jam (Techno Hop), Modell 500 - No Ufos (Metroplex).
1994
Drexciya 4 - The Unknown Aquazone (UR), Bass Magnetic (430 West), Crazy LEggs - Happy And You Know It (Pan Disc), 740 Boys- Shimmy Shake (Cutting)


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Triple R (Riley Reinhold) - Interview mit dem label: Acid Orange (Frontpage Magazin)



Acid Orange

von Triple R



Acid Orange ist ein neues Berliner Label, das so wenig nach Berlin gehört wie Gabba ins Berliner E-Werk. Sich ein Stück Lebensqualität in die Stadt zu holen, die ihrem Hardcorstatus in vielerlei Hinsicht abgeschworen hat, das ist das Ziel von Acid Orange. Es geht darum, eine Nische für harten Acid zu schaffen, völlig frei von irgendwelchen Anerkennungs- und Profilierungsnöten, Statuten, pragmatischen Zielen und was sonst noch, ein Echo von sich selbst erzielen und dadurch vielleicht sogar unfreiweillig der Stadt seinen Stempel aufzudrücken. Es ist ein nachvollziehbares und verständliches Interesse und steht im Kontrast zu einer DJ- und Hörergeneration, die bequem ist anstatt Risikobereitschaft zu zeigen.
Die Platten von Acid Orange erinnern stark an die ersten Releases von Djungle Fever, strotzen vor Ideen und werden sicherlich in den nächsten Monaten noch an Produktionsqualität zu arbeiten haben. Aber warum darüber sich den Kopf zerbrechen, wenn hier der Lethargie ein Bein gestellt werden kann.
Die ersten Acid Orange Platten erschienen vor wenigen Monaten mit einem Pulk von holländischen, Bunker- und Acid Planet-Platten auf dem Markt, ohne daß man dabei auf den Gedanken gekommen wäre, daß es sich um deutsche Platten gehandelt hätte. Nicht umsonst, denn einer der Köpfe des Labels, Beroshima hat sich nicht auschließlich mit deutscher Techno-Kultur umgeben sondern lebte mehrere Jahre in Holland und lernte dort den Kreis der Leute rund um Unit Moebus, Acid Junkies, Random XS und ZeroOne kennen.
Tripl R sprach mit Beroshima


FP:
Wie ist die Szene in Holland im Vergleich zu Deutschland?
B:
Die verrückteste Szene ist in Den Haag. Rotterdam ist eher langweilig. In Den Haag ist es den Leuten auch egal, ob sie mit der Musik (Acid) Erfolg haben oder nicht. Ference von Hot Mix Distribution ist der Kopf der Sache, der das ganze am Leben hält. Der achtet darauf, daß die Leute ihr Geld bekommen, die Platten in die Läden usw. Es ist aber vor allem eine FUN-Geschichte. Von den Parties her ist es in Holland schon fast so schwer wie in England. Es gibt zwar kein Gesetz dagegen, aber es ist höllisch schwer, eine Genehmigung zu bekommen. Deshalb läuft dort alles in besetzten Häusern ab. Ist vielleicht besser so, weil die Szene klein aber auch gesund bleibt.
FP:
Wie ist deine Labelpolitik bei Acid Orange?
B:
Bei Acid Orange kann sich jeder austoben, dafür ist das Label ja da. Es muß dem Label nur irgendwie gerecht werden. Es muß nicht unbedingt Acid sein, ich habe nichts gegen guten Detroit. Bei uns wird jeder korrekt bezahlt, eine Subventionierung des Berliner Undergrounds. Ich kenne genug, die abgezogen werden. Leute wie Spiral Tribe kriegen das gesamte Geld, denn sie können es ganz gut gebrauchen. Sie wollen im Frühjahr in die USA mit zwei Trucks. Überall wo sie waren, haben sie etwas bewegt. Sie waren ja eine lange Zeit in Berlin und haben dazu beigetragen uns zu motivieren. Dann waren sie in Prag, wo sich jetzt auch Leute formieren.
FP:
Wer ist Robotnik bei Acid Orange?
B:
Er lebt in Berlin, ist Toningenieur und experimentiert an seinen Maschinen seit jetzt vier Jahren. Der ist auch so einer, der letztendlich einen Kick braucht, um sich aufzuraffen und seine Stücke rauszubringen. Denn sie sind wirklich gut, und wenn sich keiner drum kümmert, bleibt alles auf Cassette oder DAT. Den Leuten vom Elektro in Berlin habe ich einfach die Preisliste vom Presswerk in die Hand gedrückt und gesagt Macht mal! Jetzt gibts das Label. Das ist doch witzig.
FP:
Welche Beziehung besteht zwischen Acid Orange, Spiral Tribe und Bunker?
B:
Ference, Unit Moebus und andere habe ich über Hot Mix Holland kennengelernt. Spiral Tribe ebenfalls in Den Haag, und sie sind ja später nach Berlin umgezogen. Wir haben sie für eine Party gebucht und produzierten dann zusammen Ð Robotnik, Spiral Tribe und ich, in einem Keller eine Woche lang und zwarTag und Nacht... Spiral Tribe war es auch, die mir das Presswerk im Osten nannten, das enorm billig war. Unter dem Namen Network 23 produzieren wir alle zusammen. Es bleibt aber anonym, wer auf welcher Platte veröffentlicht.
FP:
Wieviele Platten preß ihr?
B:
Wir pressen 500, denn ich will nicht, daß irgendwelche zurückkommen, die dann im Ausverkaufsregal landen. Das ist schlecht fürs Label. Von den 500 verschenken wir 50 Stück, was wir auch in Zukunft beibehalten wollen. Selbst wenn die Platten keiner kaufen würde, würden wir 50 pressen, um sie zu verschenken. Wenn du dich an den Verkaufszahlen orientierst, ist eigentlich irgendwann vorprogrammiert, daß du Kommerztechno machst. Unsere nächsten Platten werden 200 Gramm schwer sein. Die Maschine ist jetzt für uns umgebaut worden, weil wir die schlapprigen 100 Gramm Platten nicht mögen. Du kannst auch nicht so tief pressen. In erster Linie ist es aber das Gefühl, eine solche Platte in den Händen zu halten. Wir haben jetzt die Leute im Presswerk dahingehend erzogen, daß sie mehr Druck auf die Nadel legen. Die hatten vorher Angst um ihre Stechnadeln. Bei einigen Sachen hast du solche Dynamikschwankungen drin, die machen die Schneidemaschine kaputt. Wenn du analog schneidest, hast du mehr Möglichkeiten, noch tiefer zu gehen. Digital hast du 70 mü, analog hast du 100 mü. Witzig ist es, buntes Vinyl zu verwenden. Wenn man bei 100 Gramm Platten bestimmten Vinylsorten Farbe zumixt, wird es härter. Normalerweise sagt man, daß schwarzes Vinyl besser ist wegen der Rußpartikel. Aber in den meisten Fällen gibt es bei farbigem Vinyl keine Qualitätsabstriche. Bei einer Grammzahl von 200 ist es einfacher, schwarzes Vinyl zu verwenden, weil dieser besser durchheizt werden kann. Momentan kümmere ich mich im Presswerk um 12 Labels.
FP:
Ihr organsiert auch Parties in Berlin oder sonstwo?
B:
Im Mai haben wir im Tränenpalast mit Frau Antje bringt Techno aus Holland eine Party gemacht. Die Leute von Tok Tok machen öfters Parties in Berlin. Ich selbst habe mehrere Parties im Sauerland, im Cult gemacht. Das ist ein Grunge- und Regea-Schuppen. Zuerst kamen 500 und jetzt kommen 1000 Leute, die total die Musik fressen. Unsere Flyer hatten lustigerweise Lebkuchengeruch.
FP:
Welche Maschinen benutzt du in deinen Tracks?
B:
Ich benutze hauptsächlich 707, die alten Roland Modular(Steck)systeme, zwei Protheus 6, Moog. Wir tauschen ab und zu die Geräte, der Abwechlung wegen. Wir sind dem Digitalem eigentlich abgeneigt.
FP:
Hast du früher schon Musik gemacht?
B:
Ich habe früher New Wave und Punk gemacht, war aber ziemlich fruchtlos. Als ich nach Holland gezogen bin, kam Acid und Technoüber mich. Ich habe in Stornhofen gelebt. Das ist zwischen Rotterdam, Den Haag und Ütrecht. Holland ist kleiner. Wenn du zwei Stunden fährst, bis du entweder im Wasser oder im Ausland.
FP:
Was machst du außer Musik?
B:
Ich arbeite für eine Firma, die sich auf Umwelttechnik spezialisiert. Ich habe vorher Maschinenbau studiert und Maschinen entwickelt zur Abfallbeseitigung und Sortierung, Geräte, die hinter dem Müllwagen hängen oder stationär sind. Kunden sind die Kommunen. Die Geräte sind in Holland und Übersee verkauft worden. Ich habe drei Jahre lang von meiner Firma dafür Geld bekommen.Ich hatte mein eigenes Büro usw. Meinen ersten Roboter habe ich mit 16 Jahren konstruiert.
FP:
Was vermißt du bei den Outputs momentan am meisten?
B:
Es gibt eigentlich gar keinen Poweracid mehr. Das ist, was ich vermisse. 160 Beats, was da pfeift und klirrt und einen richtig wegbläst. DJ Hell ist neben Luke Slater die letzte Instanz des guten Geschmacks.
FP:
Deine Roots?
B:
Ich habe früher amerikanische schräge elektronische Platten gekauft, Nash The Slash aus San Franzisko z.B.
FP:
Zukunft?
B:
Mal schauen wie alles läuft, wenn wir ein neues Studio haben. Dann werden wir auch andere Leute mit hinein nehmen. Moonraker von Tok Tok hat ein paar sehr gute Stücke gemacht. Tok Tok wird vermutlich mit V sein eigenen Label gründen. Das neue Sublabel von Acid Orange wird Tanjobi heißen und im Januar erste Release herausbringen. Ich habe in der letzten Zeit auch ein paar Stücke gemacht, die kein Acid sind. Ich nenne es auch Speedcore. Diese Stücke werden unter anderem auf diesem Label erscheinen. Sebastian von Spiral Tribe macht zur Zeit verschrobene Dub Acid Stücke, die auch auf Acid Orange erscheinen werden. Unter dem Namen Network 23 werden die Leute von Bunker produzieren, sowohl Spiral Tribe, E De Cologne und wir. Alle Platten erscheinen ohne Hinweise auf Produzenten.
Des weiteren gibt es eine Formation aus etwas bekannteren Berlinern, die anonym bleiben wollen, sich Kopftanz nennen und eine Acidplatte herausbringen. Acid Orange 7 kommt von einem Mädchen und ist etwas verspielter Acid mit unkonventionellen Breaks. Wir haben vor kurzem unsere ersten 50 Platten nach Japan verkauft. Mal gucken, was da noch passiert, und für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, mal eine große Acidparty im Cult zu machen.


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Triple R (Riley Reinhold ) Interview mit Upstart von Disko B


disko b

Ein Label, das Freiräume schafft


FP:
Ihr habt am 17.6. Ultraschall eröffnet, vorher gab es Ultraworld. Angekündigt war der Club seit langem, warum hat es so lange gedauert?
DB:
Es war ein Problem die Genehmigung zu kriegen, weil am Flughafen viele Interessengruppen gegeneinander arbeiten, auch der Flughafen wahrscheinlich teilweise abgerissen wird, weil dort die Messe hinkommt. Unsere Location war zum größten Teil eine Ruine.
FP:
Ultraschall ist in der ehemaligen Küche des Flughafens, richtig?
DB:
Ja. Wir haben die elementaren Dinge installieren müssen und haben uns dann in die Deko reingekniet.
FP:
Die Dekoration im hinteren Teil des Clubs ist eindrucksvoll und erinnert an das alieneske Interiör eines Raumschiffes. Wo her stammt die Deko?
DB:
Das war eine Kulisse aus dem Science Fiction Film "High Crusade", der hier gedreht worden ist.
FP:
Ist der Club so fertig wie er jetzt ist?
DB:
Visuell wird noch viel passieren. Auch werden noch "Lebende Wände" und "anderes" installiert. Im September macht dann bei uns die Chill Out Zone auf, mit einem Kino, sowie ein Garage House Raum mit Vitaminbar.
FP:
Das ist ein sehr großes Angebot!
DB:
Das ist es was wir wollen. Ein großes Angebot von verschieden Stilarten unter einen Hut zu bringen und trotzdem die Clubatmosphäre zu bewahren. In München gibt es ja fast nur Hallenraves und mit der Zeit hat man das einfach auch satt. Es ist einfach auch Platz für Experimente da!
FP:
Wer hilft euch dabei?
DB:
Die Leute rekrutieren sich alle aus unserem Freundeskreis. Inzwischen sind auch sehr viel Leute aus Augsburg und Stuttgart an uns herrangetreten, die den Club so toll finden, auch was wir so programmmäßig tuen, daß sie bei uns mitmachen wollen.
FP:
Wie sieht euer Programm aus?
DB:
Was man sagen kann ist, daß Dave Clark, Hell, Jeff Mills und Motte, regelmäßig bei uns auglegen werden. Anderseits wird Sven Väth jedes zweite Wochenende seine After Hour bei uns machen.
FP:
Wie sieht das mit den Clubs untereinander aus in München? Pulverturm, Tempel etc.?
DB:
Das geht alles ganz locker zu, man besucht sich auch gegenseitig.
FP:
Das ist recht untypisch für eine Szene, wie man sie kennt aus anderen Städten!
DB:
Ja, das sieht manchmal so aus, daß wir Electric Indigo am Abend haben und das sie dann die Afterhour im Pulverturm macht.

FP:
Wie sieht das bei deinem Label Disko B aus. Das Label scheint gut ausgelastet mit Top Acts momentan. Was wird als nächstes auf deinem Label erscheinen?
DB:
Pulsinger, Robert Görl und Willow Run bereiten Alben vor. Die LP von Acid Scout steht schon und wird im Oktober erscheinen. Dave Clark will auch noch eine 12" für uns machen. Ich will in der Zukunft auch verstärkt LPs machen.
FP:
Man konnte schon Kritiken von der neuen Dogmatic Sequencies und der Dave Clark/Jeff Mills Platte lesen. Wann kommen die Platten offiziell heraus?
DB:
Beide kommen am 22. August heraus!
FP:
Disko B verkauft durch EFA auch viele Platten in England. Wie sieht das Verhältnis aus?
DB:
Bei experimentellen Platten wie der Triple R hält es sich die Waage, die Acid Scout wird mehr in Deutschland verkauft.
FP:
Wie oft hat sich die Triple R verkauft?
DB:
Das hat uns sehr überrascht, mehr als 1000 mal.
FP:
Gibt es abschließend noch etwas, was dir einfällt und besonderer Erwähnung bedürfte?
DB:
Es wird eine Unit Moebius (Bunker, Holland) Nacht geben und einen 12 stündigen Acid Scout Marathon.
FP:
Wann wird der stattfinden?
DB:
Ende September.
< Sam Jennings                                                      DJ Dick >

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Triple R (Riley Reinhold) - Interview mit Dj Duke (Sex trax) für Frontpage

Sex Trax und Sex Mania sind momentan in Deutschland neben Strictly Rythm unbestritten die populärsten House Label New Yorks. Ob nun in den Charts von Heroen wie Sven Väth oder in deinen eigenen, ob in Techno oder Housecharts, es scheint keinen Unterschied zu machen...
Der "commen dominator" -sprich gemeinsame Nenner - findet sich momentan besonders auf dem "rundgeblasenem" Logo von Sex Trax. Es ist neben Power Music, Power Trax, Sex Mania und DJ Exklusive das neueste Label einer Person, DJ Dukes.
Verschiedenen Stilrichtungen hat er jeweils mit einem Label bedacht. Power Music steht für Vocaltrax, Power Trax für Instrumentaltrax und DJ Exklusiv für Fremdzugänge, von denen er oft Remixe anfertigt. Sex Mania steht letztendlich für progressives Material von ihm selbst.
Sex Trax dagegen ist sein neuestes Label und ganz speziell für Dritte, wie Felix The Housecat, Roy Davis, DJ Pierre, Freund Danell Dixon, Mark The 909 King und zukünftige Chicago Acts. Geheimtip ist der momentan unter dem Namen Mark The 909 King produzierende Artist, der sich mit seinem etwas agressiverem Gemisch langer Wild Pitch Tiraden in viele Flightcases hineingespielt hat.
Zurückzuführen ist dieses und viel mehr auf DJ Dukes Willenstärke, Vielfalt in die New Yorker Housescene zu bringen. Der aus Kopenhagen in den 80ern nach New York gekommende Däne zog es dort in die Clubs, Recordshops und letztendlich hinter die Turntables. In Nelles, einem Schikki-Schuppen, legte er jeden Dienstag vor einem weißen Publikum auf, bis er selbst beschloß, Musik zu machen. Völlig unbedarft, ohne jegliche musikalische Ausbildung ("...keiner hat mir irgendwelchen Harmonien-Scheiß beigebracht"), fing er an, Platten zu produzieren und Labels zu gründen. Er begann sozusagen in der Rolle eines weißen, schüchternen Alleinkämpfers , der vom Rare Groove b.z.w. Hip Hop kam und sich dem House zuwendete. Gerade dieser Zugang zur Musik kommt ihm heutzutage immer wieder zu gute, "bestimmt" das Unberechenbare in seinen Trax.
DJ Duke;"Es gibt zwar noch Rap-Parties, die Underground sind, aber du mußt nur den Fernseher auf MTV stellen und schon wird dir alles serviert. Bei House dagegen mußt du hinter Platten hinterherjagen. Es ist eine Art Herausforderung. Anfang der Achtziger, da bin ich breakdancen gegangen und es war eine tolle Atmosphäre, aber dann endete alles in Gewalt. So etwas machst du mit, wenn du 15 bist, aber irgendwann nervt es. Außerdem mußt du dich als Hip Hop Produzent immer mit den Rappern auseinandersetzen. Wenn du dagegen einen Housetrack machst, kannst du alles sofort von deinem Kopf durch die Finger in die Keyboards fließen lassen. Ich habe zwar auch mit Sängern zusammengearbeitet, aber das waren immer Leute, die intiutiv wußten, was ich wollte. Mir kam beim Testen der Bassline ein Chorus oder eine Hockline in den Kopf, die habe ich dann aufgeschrieben und in meinem Kleiderschrank singen lassen und aufgenommen. Nachher konnte ich dann alles noch umarrangieren."



Dj Duke gründete Sex Trax unter anderem als Reaktion auf Strictly Rythms Labelpolitik, bzw. wegen des Umstands, daß es kein anderes Label in New York gab, das Chicago House würdigte. Seine heimliche Liebe für Chicago House, die, wie erwähnt, in New York wenig Anerkennung fand, führte dann durch den Weggang des Phuture Mitglied Roy Davies von Strictly zur Gründung von Sex Trax. Dj Duke selbst mag es eigentlich gar nicht so gern extrem puristisch und schräg, wie man es von jemandem erwarten müßte, der ein Label führt wie Sex Trax. Es handelt sich hier vielmehr um einen Fabel von ihm, den es zu verwirklichen galt. Er persönlich versteht House Musik vielmehr als "Uplifting thing", als eine Massage, ein Gemeinschaftsgefühl. Techno ist für ihn ein zu individuelles Erlebnis. Trotz 30 produzierter Platten ist er über den Insiderstatus, den er bei der Presse und der Dance Scene genießt, noch nicht hinausgekommen, was ihn nicht ärgert, aber was er dennoch erwähnt. Auch im Ausland ist er durch seine Lizensierung von "Blow Your Wistle" richtig bekanntgeworden, was ihm unter anderem einen Auftritt bei Pop Of The Tops einbrachte.
Neben dem New Yorker Label Tribal America werden über die Beziehung des 4 Deck Wizards und Soundfactory DJs Junior Vazques zu DJ Duke, Sex Trax und Co Labels immer wieder dem Soundfactory Umfeld zugerechnet. Glaubt man dem Publikum, so hat die Soundfactory das beste Soundsystem der Welt, in dem ähnlich dem Ministry Of Sound die Hochtöner an kronleuchteränlichem Gestänge befestigt, die Höhen nach unten herabprasseln lassen. Von Junior Vazquez wird gesagt, daß er sich in der DJ-Kabine vier Meter über dem Publikum, hinter Unmengen von elektronischem Equipment verschanzt, mit Sampler & Decks auflegt und zwei Boys eigens dafür beschäftigt, ihm die Platten aus den Kisten zu ziehen. Ein verhauener Mix wird vom Publikum mit Pfiffen begleitet. Typisch für den Sound der Soundfactory, der von New Yorker Techno Djs verachtungsvoll als konservativ und lähmend bezeichnet wird, ist langes Ineinanderspielen vom Stil her sehr änlicher Stücke, die mehr als häufig von Vasques selbst sind. Ein Mix bedeutet dort das ständige Parallellaufenlassen zweier Platten. Für den Europäer ist dies sehr untypisch. Umgekehrt versteht man es dort, Witze zu machen über das DJen hierzulande. Ein oft gehörter Kommentar ist, "Couldn't mix a cake, but he would get a job in a railway office", womit die Unfähigkeit zu mixen und das hier übliche Aneinanderreihen von Tracks und das Warten auf den glücklichen Moment X gemeint sind.
Lauscht man den DJ Duke-Mixen auf einem der zahlreichen Label, wird man feststellen, daß sich mittlerweile eine Mischung aus Tribal House, Garage und Wild Pitch herauskristallisiert hat. Sind fast alle Stücke im gleichen Tempo produziert und ähneln sich in der Vorhersehbarkeit des Rhythmus, so ist das Abmischen und das Tüfteln neuer, oft ungewollt psychodelisch klingender Sounds sein Markenzeichen.
"Ich denke beim Produzieren immer an eine bestimmte Person und was für eine Art Sound diese Person wohl mögen würde. Bei "Blow Your Wistle" hatte ich z.B. so eine Mischung aus Londoner Härte und New Yorker Percussions im Kopf. Jeder Track hat somit sein eigenes Konzept. Wir suchen eben alle nach neuen Sounds. Außerdem versuche ich immer, meine Stücke sehr schnell fertigzustellen, nicht noch tausendmal kleine Verbesserungen vorzunehmen. Man langweilt sich ja auch, wenn man so oft den selben Track hört.
Diese Langweile versuche ich auch dadurch zu bekämpfen, daß ich sehr verschiedene Sachen mache. Wenn mal etwas nicht gelingt, egal, machen wir die nächste Platte. Das ist besser, als nur einen Sound zu haben, an dem sich die Leute nach einem Jahr sattgehört haben."


Special thanks für Photos und Support gehen an Gregor Wildermann und Sascha Lazimbat!

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Triple R (Riley Reinhold) - Interview - Frank De Wulf für Frontpage Magazin





Frank De Wulf

von Triple R


"House Musik ist da weil es die Technologie gibt und nicht umgekehrt"
Frank De Wulf ist einer der Eckpfeiler der europaeischen Technoszene, wie sie 1991/92 seien Hoehepunkt errreichte. Irgendwann einmal wurde es still um ihn, obwohl er seit seinen grossen Hits als B-Sides konstant weiter produziert hat und heute mehr DJed als je zuvor, wie er selbst sagt. Es beduerfte seiner eigenen Initiative, Label zu gruenden und wieder ganz klein anzufangen, ohne jegliches Brimborium, fast schon heimlich, um sich dann letztendlich mit Growth und Tribal Sun, wieder an die Spitze der Dancefloormover zu setzen. Respekt, Frank De Wulf is back, obwohl er das gar nicht gerne hoert, denn weg war er eigentlich nie.




FP: Wie ist der Stand der Dinge momentan, du hast zwei neue Labels, Growth und Tribal Sun?
FW: Ich erzaehl dir kurz die Geschichte. Wie die meisten Leute wissen, war ich auf verschieden Labels. Keines der Label davon war mir (?). Ich habe als A&R Mann gearbeitet fuer andere und irgendwann wollte ich das nicht mehr, sondern wollte mein eigenes Label. Vor sechs Monaten habe ich angefangen zwei neue Labels zu starten. Tribal Sun ist vom Stil her progressiv House und Growth eher Techno.
FP: Wie ist es dazu gekommen, dass du in diese Situation gerutscht bist. Du warst einer der ganz grossen Namen des europaeischen Techno mit B-Sides.
FW:Um es vorrauszuschicken ich bin kein Star. Ich bin nicht der Typ, der die Arme in die Hoehe reckt. Ich bin kein Sven Vaeth. Bravo fuer sie wenn sie es koennen, ich aber bin gegen so etwas. Es gab eigentlich nur zwei Moeglichkeiten, Moby zu moegen oder nicht und wenn ich eine andere Entscheidung getroffen haette, waere ich jetzt da wo Marusha und die anderen sind . Als ich noch einen wirklich grossen Namen hatte, zur Zeit der ersten Mayday, hat mich das nicht sicher fuehlen lassen. Was passiert ist, ist das ich Sachen nicht mehr unter meinem Namen rausbringen wollte.
FP: Was hast du nach B-Sides auf anderen Labeln veroeffentlicht? Um es uns nochmal ins Gedaechtnis zu rufen.
FW: Ich habe Platten auf R&S veroeffentlicht, wie "Close Your Eyes" und Remixe gemacht fuer z.B. Jam & Spoon. Ausserdem habe ich viel auf Mickey House Records und kleinen independent Labels produziert, die nur als White Labels erschienen sind, um etwas Spass zu haben.
FP: Was waren das fuer Sachen?
FW: Sachen, die funktioniert haben. Heutzutage funktioniert nichts mehr so wie B-Sides. Die Tage sind vorbei. Ich glaube das waren die Goldenen Jahre.
FP: Denkst du oft ueber die Vergangenheit nach? Kommst du auf sentimentale Gedanken was das angeht?
FW: Nein. Es ist nur so, dass ich heutzutage mehr Respekt vor den Stuecken habe, als ich es dann hatte. Es ist wirklich komisch. Klar Leute kamen frueher zu mir und haben gesagt, "Dies ist wirklich super!". Aber das war zu einem Zeitpunkt, als ich mein Studio kaum verliess. Erst durch den Erfolg der ersten B-Sides, bin ich angeregt worden auszugehen, zu DJen, in andere Laender zu reisen. Das war vier bis fuenf Jahre her, aber jedesmal wenn ich Leute treffe redet man noch ueber B-Sides. In diesen Tagen war es fuer mich so simpel Stuecke zu machen. Ich ging ins Studio und kam herraus mit Stuecken die wirklich funktionierten. Der Zeitpunkt war einfach der richtige. Vinyl verkaufte sich noch gut. Es gab kein so grosses Angebot an Technoplatten. Wenn du anfaengst Musik zu machen, beginnst mit simplen Sachen, so ist das immer und ehrlich, dass war es, was ankam. Je aelter du wirst, je groesser dein Studio wird, dest mehr experimentierst du. Dieses Experimentieren ist natuerlich kommerziell nicht so gut verwertbar. Viele denken, dass ist zu schwerverdaulich und machen komerziellere Sachen. Bitte schau dir die Bonzai Platten an. Sie funktionieren, aber sie sind kommerzeill. Das ist nicht mein Stil.
FP: Du bist aber dennoch ein Mensch, der Stuecke machen will, die sich auf dem Dancefloor beweisen?
FW: Ja, natuerlich. Das ist weshalb ich meine Label gegruendet habe. Ich will nicht sagen, dass ich ein Comeback machen will, sondern da weitermachen will, wo ich jetzt bin. Die Platten verkaufen sich gut und man respektiert mich und das soll so bleiben.
FP: Hast du waehrend der Zeit nach den B-Sides, herrumexperimentiert?
FW: Ich habe alles gemacht. Schon vor den B-Sides habe ich kommerzielle und unkommerzielle Sachen gemacht. Ich habe nichts gegen Kommerzialitaet so lange sie nicht obzoen und agressiv ist, wie "Suck My...". Ich mag so etwas nicht. Das hat nichts mit Musik zu tun. An bestimmten kommerziellen Sachen wie z.B. Gypsy Women kann ich Spass haben. Ich will nicht sagen, dass ich ein Fan bin, aber ich kann das akzeptieren, weil viele Leute das moegen. Ich wuerde mir lieber so etwas wie Gypsy Women anhoeren als Bonzai, weil das wirklich nicht im entferntesten Sinne produktive Musik ist. Was ich wirklich gerne mag ist Basic Channel.
FP: Das wollte ich dich gerade fragen, eben wegen deiner zweiten Platte auf Growth. Da hoert man das herraus!
FW: Es klingt ein bisschen zu viel nach Basic Channel muss ich gestehen. Das ist mir ein wenig peinlich. Die Sache ist wenn du im Studio bist und an einem Track arbeitest, merkst du irgendwann nicht mehr wie er exakt klingt, weil dir die Distanz fehlt. Als die Platte herrauskam, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Entschuldigung an Basic Channel aber jetzt ist es leider zu spaet. Ja, ich meine ich mag Basic Sounds, wie sie auch von Bandulu kommen, dass ist es was ich mag. Fuer mich ist das Trance Musik, ganz egal was Leute dazu sagen. Viele Leute sind der falschen Meinung was Trance angeht. Sie glauben, das wenn man einen Finger fuer einen laengeren Zeitpunkt auf eine Keyboardbaste legt, dass sei Trance. Das hat nicht damit zu tuen. Respekt zu Cosmic Baby und den anderen, sie sind nette Menschen, aber deren Musik hat nichts mit Trance zu tuen.
FP: Legst du heute noch so viel auf wie frueher?
FW: Sehr viel. Ich habe den Eindruck, dass Leute denken ich sei halb tot. Es ist komisch, ich lege heutzutage mehr auf als zum Zeitpunkt der B-Sides. Ich lege sehr viel auf in der Schweiz und England. Unter anderm war ich in der letzten Zeit auch in den USA, Australien und Finnland. Ich kann mich nicht beschweren. Seltsam ist es trotzdem, frueher, als mein Name richtig gross war, bin ich oft in Deutschland und Italien gewesen, als ich dann nicht mehr unter meinem Namen produzierte, keine Hits hatte in dem Sinn, habe ich auch nicht mehr in Deutschland aufgelegt. Man koennte sagen, das die deutsche Szene sehr progressiv ist, immer die neuen Trends direkt aufgreift.
FP: Findest du das ein bisschen unfair, jemanden so haengen zu lassen?
FW: Nein, auf keinen Fall. Es ist deren Entscheidung. Ich glaube im Gegenteil, dass ich zu einem gewissen Zeitpunkt zu viel in Deutschland aufgelegt habe. Wenn du jemanden oft hoerst, auch wenn er gut ist, kann es dir zu viel werden. "Every day chocolate cream is a little bit too much." Ich werde aber dennoch in der naechsten Zeit, nach laengerer Pause wieder in Deutschland auflegen. Das Interesse scheint wieder zu wachsen.
FP: Deine Platten auf Growth und Tribal Sun sind hier gut eingeschlagen. Man koennte sagen, "Frank De Wulf Is Back."
FW: Ich weiss nicht. Ich glaube es geht nicht darum Zurueckzukehren. Ich mache das jetzt seit fuenf Jahren und manche andere werden ueber Nacht zum Star und verschwinden am naechsten. Ich war an der Spitze, bin verschwunden und baue es langsam wieder auf. Ich bin jetzt auf einem gutem Level und glaube mir, ich will nicht wieder nach oben. Ich habe viel gemacht, dass Leute nicht verstanden haben. Was ist zum Beispiel deine Beziehung zu R&S?
FP: Um in den Worten von Dave Angel zu sprechen,"Frueher war R&S so etwas wie der Rolls Royce des Techno", heute ist R&S so etwas wie der Mittelklassewagen.
FW: Das ist das selbe was Leute von mir denken. Wie auch R&S so habe ich viel nach neuem gesucht, was viele Leute nicht wuerdigen konnten. Ich persoenlich habe Sachen gemacht, die zehn mal besser finde als B-Sides.
FP: Was war das?
FW: "Wishflower" zum Beispiel. Ich weiss garnicht ob das Leute in Deutschland kennen. Es war eine sehr softe Trancenummer und kam heraus auf Mickey House. Auf dem Label habe ich 17 Platten herrausgebracht, aber ich glaube, dass viele nicht nach Deutschland kamen. People In Motion haben vier Platten auf ihm veroeffentlicht, die sich in Holland gut verkauft haben, die aber in Deutschland keine Nachfrage aufkommen liessen. Ich muss sagen, ich trauere der B-Sides Zeit nicht nach, es war eine wunderbare Zeit, aber nun bin ich fuenf Jahre aelter und mache viele verschiedene Sachen.
FP: Was z.B.?
FW: Ich habe eine Videofirma, wir machen Clips fuer X-Mix, Animationen und stellen Werbung her fuers Fernsehen. Der Grund warum ich das tue, ist weil ich das Feeling auf Raves mag, wenn 3000 Leute vor dir ausflippen. Dieses Feeling will ich den Leuten in ein paar Jahren visuell vermitteln koennen. Stell dir vor 3000 tragen diese Virtuell Reality Brillen, tanzen und fliegen nur so durch den Raum.
FP: Glaubst du, das das der Weg der Zukunft ist. Animationen staerker einzubeziehen in Musik. ACV will ja auch einen derartigen Weg einschlagen.
FW: Definitiv. Es ist ein Weg den wir gehen werden, weil die Technologie da ist. House Musik ist da weil es die Technologie gibt und nicht umgekehrt. Ich glaube wenn Leute ausgehen, das ist das Schubladendenken, dass sie denken, Housemusik und Raves sind die beiden Moeglichkeiten als Jugendlicher Spass zu haben. Was ich glaube realisiert werden muesste, ist das Kids um 18.00 Uhr ausgehen koennten und unglaublich viel Spass haben koennten, bei einer Mixtur aus Videospiel, Virtuell Reality und bestimmten fliessenden, ambienten Mechanism. Ich weiss nicht, Sachen wovon die Leute sagen werden, "Ueber was um Gottes Willen spricht er." Es wird Reality werden, sicherlich.
FP: Du hast gesagt, du magst den Spirit auf Raves. Wie stehst du dem ganzen Phenomen gegenueber. Gibt es eine Rave Szene in Belgien?
FW: Ja, natuerlich. Die Raveszene ist aber nicht mein Ding, weil sich dort alles zu wiederholen scheint. Wenn ich ausgehe, moechte ich in einen Club gehen, wo Musik laeuft, die ich noch nicht gehoert habe, etwas das mich ueberrascht.
FP: Das ist aber eher eine Clubsache oder?
FW: Die Sache die Raves interessant macht, ist doch einfach das Gemeinschaftsgefuehl. Eine Sache die ich nicht mag, ist diese, nennen wir es Gang Sache, dass wenn ein paar Leute sagen, dieser DJ ist gut und alle anderen derselben Meinung sind. Diese Mentalitaet kommt natuerlich daher, dass die Leute zu jung sind, um entscheiden zu koennen was gut und schlecht ist. Gemaess dem Fall, du bist in einem Club, wo ein unbekannter DJ die Leute ausrasten laesst. Ich wuerde diesen Club als DJ immer einer Veranstalltung wie Mayday vorziehen, wo du dich immer beweisen musst, auf einem Level wo es unmoeglich ist dich zu profilieren. Es ist einfach nicht moeglich, in 45 Minuten 12000 Leute irgendwohin zu bringen. Auf der anderen Seite war die erste Mayday wunderbar. Das war die Zeit der ersten B-Sides, wo du diesen neuen Vibe spueren und sehen konntest. Wenn du heute auf eine Solche Party gehst kommen neue Leute, junge Leute und da kann man von mir nicht erwarten, das ist das selbe wie frueher mache. Ich will jetzt lieber in kleine deutsche Clubs gehen. Was ich mich immer frage ist, was die deutsche Jugend ueber Stars denkt wie Marusha und Sven Vaeth, die frueher wie ich den Underground auf der Flagge stehen hatten.
FP: Ich glaube, das sicherlich Leute abgesprungen sind, denen es zu kommerziell wurde, aber auf der anderen Seite gibt es eine so grosse Gruppe von neuen Leuten, die auf diese Musik zu stehn.
FW: Ich muss noch dazusagen, dass jedem, auch wenn er es verneint, die finanzielle Seite wichtig ist. Jemand der sagt, er tut es nur wegen der Musik und dem Underground, da muss ich entgegnen "Bullshit". Es gibt immer Ausnahmen, aber meistens funktioniert beides gleichzeitig nicht.
FP: Was wird in der Zukunft auf deinen Label erscheinen?
FW: Das ist schwer zu sagen, aber es wird so sein wie auf den B-Sides, dass es immer eine experimentelle und eine leichter zugaengliche Seite gibt.
FP: Legst du in absehbarer Zeit in Deutschland auf?
FW: Ich werde Ende diesen Monats in Frankfurt sein, fuer drei Tage.


Copyright © 1995, Technomedia GmbH HomeBattnSm2 HomeBattnSm1

Triple R (Riley Reinhold) Tim Taylor - Interview in Frontpage Magazine



Tim Taylor

von Triple R



Ein Artikel Über den Londoner hätte genausogut schon vor zwei Jahren erscheinen können. "The Horn Track", war einer der ganz großen Hits im Jahr 1992. Zahlreiche Floorfiller von ihm erschienen seitdem auf EX, man denke nur an N20, Aurabora oder auch Rising Sons - Afghan Acid. Nicht minder erfolgreich war sein Label Extortion sowie seine Platten auf Synewave London. Sich ständig im Schatten von Damon Wild bewegend, ob auf EX oder Synewave ließ ihn seine eigenen Label, Missile und Planet Of Drums schaffen. Beide Labels überraschten durch ihre kraftvoll abgemischten Tribal und TechnostÜcke, die in ihrer aesthetischem Verständnis die Post- Bush-Ästhetic beschreiben und besonders erfolgreich in Deutschland sind. Frontpage sprach mit ihm.

FP: In Deutschland wurde dein Namen durch das Stück "The Horn Song" auf EX erstmals bekannt. Was hast du davor gemacht?
TT: Bevor ich auf EX veröffentlicht habe, experimentierte ich mit Break Beats. Ich hatte nur einen Sampler und sonst nichts. 1991 habe ich dann mit 'Dementia' auf dem belgischen Label Buzz, eine Platte veröffentlicht. Die Platte hat sich OK verkauft und Buzz mochte sie. Danach habe ich auf Focus UK, welches mein eigens Label war, eine Platte veröffentlicht mit dem Namen 'Right Before'. Das war die erste Platte wo ich von Hardcore zu Piano wechselte. Ich war noch immer in einem Stadium des Experimentierens und die Platte verkauffte sich 7000 mal, was fÜr heutzutage sehr gut ist. Breakbeat ist ja jetzt wieder ganz groß, aber ich habe das vor fünf Jahren gemacht und habe mich weiterentwickelt. Auf Focus US habe ich übrigens schon 1991 mit Lenny D " The Chosen" herrausgebracht, eine Techno-Trance Platte.
FP: Wie bist du in Kontakt mit EX Records gekommen?
TT: Ich habe in London in einer booking agency gearbeitet und hatte seit 1989 Kontakt zu Northcott Production, sprich Damon Wild e.t.c. Ich habe Tours organisiert und Platten- Deals getätigt und holte Frankie Bones und Tommy Musto in 1989 nach England. Das war alles bevor ich meine erste Platte auf EX veröffentlicht hatte. Als erstes brachte ich, 1992 "The Horn Track" auf ihrem Label herraus. Auf dem Original war ein Break Beat Mix von mir, und ein Toxic II Techno Mix von Damon und Ray Love. Die Platte ging sehr gut weil mit den zwei Interpretationen, die Platte in den USA und in England Interesse weckte.Später wurde das Stück unter Egyptian Empire, ffrr wollte einen Aktnamen, auf ihrem Label lizensiert. Es gab dann noch einen Break Beat Mix von Mickey Finn, der sich mehr als 20 000 mal verkaufte und so etwas wie ein kleiner Hit war. Für mich war es dementsprechend schwer,eine Nachfolgeplatte zu produzieren. Ich habe versucht das Thema des Horn Tracks noch einen Schritt weiter zu tragen, aber es gelang mir nicht. Die Tracks wanderten reihenweise in den Papierkorb. Es dauerte 6 Monate bis ich merkte das ich auf der falschen Faehrte war. Ich bin 1992 dann nach New York geflogen, war zu diesem Zeitpunkt erst drei mal bei ihm im Studio gewesen und habe dann mit ihm zusammen die N20 EP auf EX gemacht. Die Idee für die Stücke hatte ich durch das damals in Los Angeles so trendige, Lasgaspatronen- Einwerfen auf Parties. Also habe ich einen Track gemacht, der immer schneller wurde, wie das bei einem 'rush' so ist. Es war als Witz gedacht, wirklich. Ich bin dann nach England zurückgekehrt und habe dort mit Dan Zamani an Tribal Stücken gearbeitet, weil wir schon immer diese Art von Musik mochten. Wir haben dann ein Stück gemacht, das sich "The Cutting Edge" nannte, unter dem Namen Dome Patrol. Das Stücke wurde dann von XL lizensiert und herrausgebracht. Auf diesem Stück, sampelten wir von Echo & The Bunnymen "The Cutter", weswegen wie es "The Cutting Edge" nannten. Es war ein relativ grosser Track in England. Ich veröffentlichte danach auf EX mit Damon "The Lazerworshippers", einen optimistischen Stringtrack, denn das ist es was wir machen wollten und kurz darauf "The Afghan Acid". Das schien der Höhepunkt von EX gewesen zu sein, danach ging es erheblich bergab mit dem Label. Ende 93 startete ich mit Extortion ein Sublabel von EX auf dem wir unglücklicher weise nur zwei Platten veröffentlicht haben.
FP: Sulfurex auf Extortion war eine für englische Verhältnisse extrem harte und schnelle Platte!
TT: Ja. Das Stück "Point Break" war das Stück der Platte. Es war der Track der sie verkauft hat. In England lief die Platte lange Zeit sehr schlecht, es hieß sie sei zu verrückt. Sechs Monate später bekam ich sehr viele Anrufe aus Deutschland von Leuten, die die Platte haben wollten und weil ich die Platte nicht nachpreßte, wurde sie zum Kult in bestimmten Kreisen. Später ist die Platte dann von Pure Dance in Belgien lizensiert worden, klang aber nicht so gut weil man sie in blauem Vinyl gepreßt hatte.
FP: Das Stück hatte eine Qualität, die man zu diesem Zeitpunkt nur von Jeff Mills kannte.
TT:Ja, Jeff Mills ist ein großer Fan der Platte, spielte sie Sylvester in London. Die Platte ist auch oft Höhepunkt meines Sets. Ich habe zwei Kopien von ihr um eine extendet Version des Stück spielen zu können.
FP: Warum habt ihr mit Extortion aufgehört?
TT: Wir steckten so viel Energy in Extortion, dass wir uns irgenwann einmal gesagt haben, das wir unser eigenes Label gründen müßten. Wir entschieden uns dann im April `94 für Synewave London, was ich machte und Synewave N.Y. was Damon managte. Ich habe dann diverse Platten mit Damon gemacht zusammen auf Synewave N.Y. gemacht. Die besten Verkaufszahlen, hatte die Ego Acid- Pump Panell. Sie wurde von vielen House DJs sowie von Radio 1 gespielt, was uns sehr überrascht hat.
FP:Was ist mit deinen neuen Labels Missile und Planet Of Drums?
TT: Ich habe die Labels gegründet, weil ich ihnen eine Identität geben wollte. Bei Synewave war nicht direkt klar, wer dahinter steckte. Planet Of Drums ist designed als ein Tribal Label. Es wird aber nicht immer so heavy sein, wie das erste Release. Wir haben gerade die White labels der zweiten Planet Of Drums fertig, die sehr in die Richtung der ersten geht. Die dritte wird langsamer werden. Du kannst nicht immer 140 BPM schnell sein. Auf dem anderen Label Missile habe ich Fred 2 und die Pump Panell 2 veröffentlicht. Die nächsten beiden Platten werden im Maerz erscheinen. Ich bin mir noch nicht sicher auf welchem Label die Pump Panel III erscheinen wird. Es wird wieder eine 303 Platte sein mit einem 10 minuetigem Stueck, in zwei Mixen. Ich werde zusaetzlich Stuecke herrausbringen, auf einem Label von Freunden von mir. Es wird UXB heißen und die erste Platte erscheint im Februar. Ich war vor ein paar Wochen in Minneapolis/St. Paul und habe mit Freddie Fresh Stuecke gemacht. Ich war sieben Tage dort und wir haben einen Track pro Tag geschafft. Drei der Stücke werden unter dem Titel 'ST. Paul' auf UXB erscheinen. Die zweite Platte des Labels wird Bodhren heißen und wird einseitig bespielt sein. Außerdem arbeiten wir, für ffrr an einem Planet Of Drums Remix von New Orders "Confusion".
FP: Wie kam es zu dieser Kuriosität ?
TT: Das war ganz einfach. ffrr hatte mein Planet Of Drums Projekt verfolgt und lud mich ein zu einem Meeting, indem man auf New Order zu sprechen kam. Plötzlich war die Idee da. Ich meine, der Titel war damals seiner Zeit so weit vorraus und wir dachten uns, daß man etwas verrücktes damit anstellen könnte. Jetzt arbeiten wir dran.
FP: Werdet ihr vom dem Original noch Sounds verwenden. Ich meine alleine die Stimme...... ?
TT: Ja, natürlich. Wir haben von ihnen drei lange Tapes mit den Original Sounds und Vocals bekommen. Wir gehen gerade durch die Tapes. Die Stimme werden wir sicher irgendwie verwenden. Es wird einen Vocal und einen Dubmix geben. Abgesehen davon arbeiten wir derzeit auch an einer neuen Yantra für Musicman. Es ist schwierig mit anderen Labels zu arbeiten, aber mit Musicman klappt es gut.
FP:Wenn man das alles hoert koennte man denken, du lebst im Studio. Ich habe aber gehoert, dass du auch als DJ arbeitest. Schon seit laengerem!
TT: ich habe angefangen zu DJen 1984, als ich in Montreal gelebt habe. Ich habe in diversen Clubs dort aufgelegt. Ich war stark interessiert an Electro, alternativer Dancekultur wie DAF, frühen Chicago Trax und Sachen wie Cure, New Order, Sister Of Merci e.t.c.. Ich habe das drei Jahre lang gemacht.
FP: Wie hat es dich nach Montreal verschlagen?
TT: Ich habe zu diesem Zeitpunkt keine Arbeit in London gefunden. Ich habe im Camden Palace in London jemanden kennengelernt, der in Montreal als DJ arbeitete und ich bin nur hingegangen um meine Ferien dort zu verbringen und ein wenig aufzulegen. Ich bekam dann das Angebot dort dreimal in der Woche zu arbeiten und so blieb ich. Ich habe dort auch Promotionarbeit gemacht fuer Nitzer Ebb, Anne Clark und Devine. In England lege ich zur Zeit nirgens auf. Ich gehe zwar in die Clubs, aber ich habe keinen, der mich da promoted. Ich würde gerne in Deutschland auflegen, weil nirgens die Platten so gut ankommen, wie dort. Ich war zwar in Frankfurt mit Damon, vor einiger Zeit, aber es war nicht so unbedingt meiner Art von Musik. So wenig man die Platten mochte, das Soundsystem im Dorian Gray läßt dich unweigerlich tanzen. Ich werde am 29.April in Berlin im Matrix auflegen, worauf ich mich sehr freue. Ich habe in der Schweiz und Schweden aufgelegt und ich muß sagen, das abgesehen von Lost und Pure in Schottland, in England es nie so richtig abgeht. Die Leute scheinen sich nicht zu trauen aus sich herrauszugehen. Wenn ich in Europa bin, scheint sich dort jeder mehr bewußt zu sein, was da musikalisch bei dem DJ abläuft. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich schon drei Gigs in Europa habe, in den nächsten Wochen. Meine beste Party in diesem Jahr war in Stockholm. Es waren 4000 Leute da und alles war sehr 'basic' sprich harcore. Es war super!
FP: Mit wem wuerdest du gerne in der Zukunft zusammen arbeiten?
TT: Mit Freddie Fresh! Es hat so viel Spaß gemacht. Er ist sehr relaxt und hat phantastische alte Analog-Keyboards. Ich mag Emanuell Top sehr gerne, sowie Thomas Heckmann. Ich würde gerne mit ihm zusammenarbeiten.


Discography
1991 First Project - Right Before (Fokus)
1991 Dementia - Dementia (Buzz)
1992 Egyptian Empire - The Horn Track (EX/FFRR)
1992 N2O - Nitrous Oxide (EX 3)
1992 Aurabora - E -Strings (EX)
1993 Dome Patrol - The Cutting Edge (XL)
1993 Lazer Worshippers - Lazer Worschippers (EX 19)
1993 Rising Sons - Afghan Acid (EX 29)
1993 ? 001 - Drums Of Freedom (?)
1994 Wild + Taylor - Bang The Acid (Synewave N.Y.)
1994 Yantra - 360 (Synewave London)
1994 Pump Panel - Ego Acid (Synewave London)
1994 Taylor & Zamani - The Planet Of Drums (Planet Of Drums 01)
1994 Fred 2 (Missile 01)*
1994 The Pump Panel - To The Sky/Hermans Head (Missile 02)

*produced by Cari Lekebusch



Top 10 Chart

     
   
 1. Hybrid Vol III  Drum Travellers (Hybrid)
        
 2. Biochip C                   Moonstruck   (Analog)
    
 3. Leo Annibaldi  Aeon    (ACV)
          
 4. Bodhran   Bodhran    (UXB)
     
 5. Emmanuel Top  Lobotonie           (Nova Mute)
  
 6. Suburban Knight  Dark Energy   (UR)
  
 7. Thomas Heckmann  Death.. The High Cost Of Living (Trope)
           
 8. Walker                 Business Card EP  (Jungle Fever)
      
 9. Air Liquide          Mercury EP  (Smile Communications)
   
10. The Pump Panel  Ego Acid /Fred Remix  (Dub Plate)